06.12.2002
Die Jahrhundertflut
Deutschland, Österreich, Tschechien, Rumänien, und das südlichen Russland wurden im August Opfer verheerender Überschwemmungen. Sintflutartige Regenfälle überfluteten Städte, Dörfer und Landschaften. Tausende von Menschen mussten evakuiert werden, verloren ihr Habe und Gut. Dort, wo die Flut vorbei ist, blieb Schlamm und Zerstörung.
Bilanz 100 Tage nach der Jahrhundertflut: In etwa 60 Landkreisen und Städte wurden Häuser und Ortskerne zerstört oder schwer beschädigt. Ebenso 180 Brücken, 740 Kilometer Straßen, 94 Eisenbahnbrücken und 400 Kilometer Gleise. Mehr als 337.000 Menschen waren vom Hochwasser betroffen, über 100.000 mussten evakuiert werden. Der Schaden geht in die Milliardenhöhen.
Das Hochwasser hat nicht nur in Deutschland eine große Spendenwelle ausgelöst. Spenden-Galas, Sammelbüchsen in Betrieben, Sachspenden von Firmen, Solidaritätskonzerte in Kirchen, Helfende von überall - die Hilfsbereitschaft der Menschen riss nicht ab.
Menschen in aller Welt nahmen Anteil am Schicksal der Hochwasseropfer. Privatleute, Regierungen, gemeinnützige Organisationen und private Institutionen aus dem Ausland boten ihre Hilfe an. Sandsäcke kamen aus der US-Armee und aus Polen, Frankreich, Italien und Großbritannien, Tee aus Sri Lanka, Amphibienfahrzeugen aus Russland, Pioniertruppen aus Polen. Auch Litauen, Kroatien und die Ukraine boten materielle und personelle Hilfe an, die lateinamerikanische Kirche spendete 10.000 Dollar.
Hilfe kam sogar aus Mosambik, das vor zwei Jahre selber ein Opfer des Hochwasser wurde.
Freiwillige Feuerwehren aus ganz Deutschland, das Technische Hilfswerk und viele freiwillige Helfer engagierten sich in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten. Im Internet florierten Helferbörsen, die Hilfsorganisationen erhielten mehr als 100 Milionen Euro an Spenden. Der Bundesgrenzschutz rettete und evakuierte bei 566 Hubschraubereinsätzen mehr als 2000 Menschen. Über 38 Millionen Sandsäcke wurden zur Sicherung der Deiche und Häuser verbaut.
Zur Unterstützung der Hochwasser-Opfer in Ostdeutschland hat die Diakonie Katastrophenhilfe ein umfassendes System der Hilfe aufgebaut. Das Dreistufensystem wurde gemeinsam mit der Diakonie Sachsen entwickelt. Mit insgesamt 2.125.900 Euro Soforthilfe wurde besonders bedürftigen Familien über die ersten Runden geholfen. Mit den Wiederinstandsetzungsbeihilfen wurde privaten Haushalte Finanzhilfen gewährt, um persönliche Habe, wie Hausrat und Einrichtungsgegenstände wiederzubeschaffen. Soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser erhalten Unterstützung bei Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten. Gefördert wird außerdem der Wiederaufbau von selbst genutztem Wohneigentum, Kleingewerbe und sozialen Einrichtungen.
In einer Dokumentation informiert die Diakonie Katastrophenhilfe, wie die Spenden bei den Betroffenen ankommen und wie die Hilfe in den Monaten fortgesetzt werden soll.

