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16.12.2005

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Diakonie plant Gründung einer Fachhochschule
Bundesweit einheitliche Ausbildung

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Das Diakonische Werk der EKD und mehrere große diakonische Einrichtungen in Deutschland bereiten die Gründung einer privaten Fachhochschule der Diakonie vor.

Die staatlich anerkannte Fachhochschule wird ihren Sitz in Bielefeld haben. Die FH der Diakonie wird berufsbegleitende Studiengänge mit hoher Praxisnähe anbieten, die sich vorrangig an Mitarbeitende mit Fachschulabschluss richten und zu besonderen Fach- und Führungsaufgaben in Kirche und Diakonie qualifizieren sollen. Der Studienbetrieb soll am 1.Oktober 2006 starten.

Das Ziel der Fachhochschulgründung ist die Sicherung der Qualifikation der Mitarbeiterschaft  in der Diakonie nach europäischen Standards auf einem bundeseinheitlichen Niveau. Mit der Gründung der Fachhochschule will sich die Diakonie unter anderem auf die veränderten Rahmenbedingungen im "vereinten Europa" einstellen: Die Ausbildungsplätze mit Fachschul-Abschluss  - allein in den von Bodelschwinghschen Anstalten und im Evangelischen Johanneswerk sind dieses über 1.200 - sind dann in ein durchlässiges Bildungssystem integriert, das von der Helferqualifikation bis zum Hochschulstudium reicht.    

Träger der neuen privaten Fachhochschule der Diakonie ist eine gemeinnützige GmbH, an der neben den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel/Bielefeld als Hauptgesellschafter (51 Prozent) das Diakonische Werk der EKD, das Evangelische Johanneswerk/Bielefeld, das Evangelische Pertheswerk/Münster, die Diakonie Neuendettelsau/Bayern, die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal/Brandenburg und weitere diakonische Träger (so zum Beispiel einige regionale Diakonische Werke in Westfalen) beteiligt sind.

Die Träger haben das gemeinsame Interesse, mit den neuen Studienmöglichkeiten die fachliche Kompetenz und die diakonische Identität der künftigen Leitungsverantwortlichen und Führungskräfte zu stärken. 

Die Fachhochschule der Diakonie wendet sich vorwiegend an berufstätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens, die bereits eine Ausbildung auf Fachschulniveau haben und sich für besondere Aufgaben berufsbegleitend weiterbilden wollen. Mit diesem Studienangebot werden Krankenschwestern und –pfleger, Altenpfleger/innen, Heilerziehungspfleger/innen, Heilpädagog/innen, Erzieher/innen, Ergo- und Physiotherapeut/innen und vergleichbare Zielgruppen angesprochen werden. Die Berechtigung zum Studium kann über die Fachhochschulreife oder - bei Vorliegen der Voraussetzungen - über eine Einstufungsprüfung nachgewiesen werden.

Zurzeit sind drei jeweils sechsemestrige Studiengänge geplant, die mit dem europaweit anerkannten akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.) abgeschlossen werden. Die Studiengänge sind interdisziplinär angelegt.

Im ersten Studiengang geht es um Leitung und Management ("Gestalten und Steuern von Dienstleistungen in Sozial- und Gesundheitswesen").  Dieser Studiengang zielt auf Wohnbereichs-, Bereichs-, Abteilungsleitungen ab.

Der zweite Studiengang qualifiziert für Aufgaben im Bereich Beraten, Anleiten, Qualifizieren und Mentorentätigkeit ("Integratives Beraten und Anleiten im Sozial- und Gesundheitswesen"). Hier können sich Mitarbeitende qualifizieren, die in Fachdiensten, Stabsstellen und in der Projektarbeit tätig sind oder sich auf derartige Aufgaben vorbereiten – zum Beispiel in der Anleitung und Begleitung von Hilfskräften, Schülerinnen und Ehrenamtlichen, im Qualitäts-, Case- oder Projektmanagement, in der Begleitung von Selbsthilfegruppen oder an Schnittstellen in Übergangssituationen.
 
Der dritte Studiengang bietet eine berufsbegleitende Ausbildung zum Diakon beziehungsweise zur Diakonin und endet neben dem Bachelor-Abschluss mit der kirchlichen Einsegnung.

Drei Charakteristika werden das Studienangebot an der zukünftigen FH der Diakonie kennzeichnen:

  • Eine große Unternehmens- und Praxisnähe, das heißt eine sehr enge Verzahnung von Studium und Berufspraxis, ist gegeben. Die berufliche und betriebliche Wirklichkeit der Diakonie  wird ganz überwiegend Ausgangs- und Zielpunkt des Studierens sein. Auch die Forschungsvorhaben der Fachhochschule werden sich auf die diakonische Praxis beziehen.
  • Das Studium ist berufsbegleitend organisiert. Es wird Präsenzphasen am Wochenende und halbjährlich eine Studienwoche geben, Lernen in regionalen Arbeitsgruppen, aber auch begleitetes Selbststudium mit vorbereiteten Lernmaterialien, im Internet (e-learning) und im Kontakt mit DozentInnen und Mitstudierenden im Chat und auf einer elektronischen Plattform.
  • Eine Orientierung an christlichen Werten und evangelischer Ethik zeichnet die Studienangebote aus.

Geplant ist darüber hinaus eine enge fachliche und personelle Verzahnung von Ausbildung und Forschung an der Fachhochschule mit den Fort- und Weiterbildungseinrichtungen der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel und des Evangelischen Johanneswerkes, der Führungsakademie für Kirche und Diakonie sowie mit dem diakoniewissenschaftlichen Schwerpunkt der Kirchlichen Hochschule in Bielefeld-Bethel.

An der  Fachhochschule der Diakonie werden voraussichtlich acht Professuren eingerichtet; daneben wird es einige  wissenschaftliche Mitarbeitende geben. Viele Praktiker aus den beteiligten diakonischen Werken und Einrichtungen haben sich außerdem jetzt schon bereit erklärt, für spezielle Fachthemen Lehraufträge zu übernehmen.

Die Studiengebühren an der privaten FH der Diakonie betragen monatlich 150 Euro, 100 Euro für den Studiengang Diakonie.

Nähere Informationen im Internet unter http://www.fachhochschule-diakonie.de/.

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