22.10.2003
Diakonie in Sachsen-Anhalt und Thüringen soll 2005 fusionieren
Die drei Diakonischen Werke in Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen vor einer Fusion.
Ziel des für 2005 geplanten Zusammenschlusses sei, die soziale Arbeit vor dem Hintergrund von Abwanderung und Überalterung zu verbessern, sagte der Direktor des Diakonischen Werkes der Kirchenprovinz Sachsen, Reinhard Turre, am Dienstag in Halle. Zugleich schloss er bei der ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung der drei Partner Entlassungen aus. Allerdings werde nicht jede freie Stelle wieder besetzt.
In getrennten Voten hatten die Gremien bei einem gemeinsamen Treffen in den Franckeschen Stiftungen in Halle mit großer Mehrheit ein Grobkonzept für den Zusammenschluss befürwortet. Laut Beschlussvorlage müssen die Vorstände und Geschäftsleitungen der Werke das Fusionskonzept bis zu einer weiteren gemeinsamen Versammlung im April 2004 konkretisieren. Parallel sollen Verhandlungen mit staatlichen Zuschussgebern über die Förderung des künftigen "Diakonischen Werkes in Mitteldeutschland" geführt werden. Die Leitungen wurden durch die Delegierten weiterhin verpflichtet, eine gemeinsame Satzung zu erarbeiten, die auf einer für Oktober 2004 geplanten Gründungsversammlung beschlossen werden soll.
Für den Entwurf des Fusionskonzeptes stimmten insgesamt 142 von 152 anwesenden Delegierten der drei Werke. Jeweils eine Gegenstimme kam aus dem Werk der Kirchenprovinz Sachsen sowie der Landeskirche Anhalts. Von dem Zusammenschluss erhoffe er sich auch ein höheres Gewicht der Diakonie gegenüber der Politik in den beiden Bundesländern, sagte der Thüringer Diakoniechef Eberhard Grüneberg.
Ob und in welcher Stadt ein Hauptsitz eingerichtet werden soll, ist den Angaben zufolge noch offen. Erhalten bleiben jedoch die drei Geschäftsstellen in Magdeburg, Eisenach und Dessau.
Die Diakonischen Werke in Sachsen-Anhalt und Thüringen verfügen über insgesamt rund 1.200 Sozialeinrichtungen mit mehr als 21.000 Mitarbeitern.

