15.12.2006
Damit die Nacht nicht zur Gefahr wird
Diakonie hilft Obdachlosen, die kalte Jahreszeit zu überstehen
Mit Beginn der kalten Jahreszeit haben die Diakonischen Werke ihre Kältehilfen für Obdachlose gestartet.
Ungefähr 20.000 Menschen in Deutschland haben kein Dach über dem Kopf, leben "auf Platte". In den Großstädten werden bei strenger Kälte meisten U-Bahnhöfe und Bahnhofshallen für die Obdachlosen geöffnet. Dennoch gibt es Wohnungslose, die aus persönlichen Gründen die Kälte wählen. Zum Beispiel, weil sie ihren Hund nicht mit in die Notunterkunft nehmen dürfen. Eine Übernachtung auf der Parkbank oder unter der Brücke kann im Winter aber zur tödlichen Gefahr werden. So sind nach Auskunft der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe im Winter 2002/2003 mindestens 13 Obdachlose erfroren.
Die Diakonie engagiert sich in rund 350 Diensten und Einrichtungen für Obdachlose. Sie ist damit der größte Anbieter von Hilfen für Menschen auf der Straße. Neben den Tagesaufenthaltsstätten, wo die Obdachlosen duschen oder ihre Wäsche waschen können, bieten sie im Winter Notunterkünfte. Und an alle, die dort nicht hinwollen, verteilen Mitarbeitende heiße Getränke, Decken und Isomatten.
Kältehilfe in Berlin
Zu den Schattenseiten der Metropole gehören die 4.000 obdachlosen Menschen. Dass im Sommer jemand auf einer Parkbank übernachtet, ist in Berlin nichts ungewöhnliches. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt birgt die Nacht unter freiem Himmel aber ein tödliches Risiko. Seit 21 Jahren bietet die Kältehilfe Obdachlosen Schutz und Unterkunft.
In den letzten Jahren hat die Kältehilfe der Berliner Stadtmission zehntausende obdachlose Menschen vor dem Erfrieren bewahrt. Sobald es draußen gefährlich kalt wird, schickt sie ihren Kältebus durch die nächtlichen Straßen und bietet den Obdachlosen an, sie zu einer Notübernachtung zu bringen.
In über 70 Einrichtungen der Diakonie und Caritas finden Obdachlosen in Berlin während der kalten Jahreszeit Schutz. Gleichzeitig werden sie über weiterführende Hilfen informiert. Wer medizinische Hilfe braucht, wird von Ärzten betreut. Für alle, die von der Straße wegkommen wollen, bietet die Stadtmission Projekte für einen Neubeginn an.
Mitternachtsbus in Hamburg
Rund 1.200 Menschen schlafen in Hamburg auf der Straße – auch in kalten Winternächten. Zu dieser Jahreszeit bringt der Mitternachtsbus der Hamburger Diakonie jeden Abend Hilfe direkt vor Ort. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verteilen heiße Getränke, Brot, warme Decken, Kleidung oder Isomatten. Sie informieren über Notunterkünfte und versorgen kleine Wunden. Pro Tour erreichen sie bis zu 100 obdachlose Menschen.
Das Team des Mitternachtsbusses arbeitet Hand in Hand mit den Straßensozialarbeitern und Mitarbeitenden in der Tagesaufenhaltsstätte der Diakonie. Dort haben Obdachlose die Möglichkeit zu duschen oder ihre Wäsche zu waschen. Sie können die medizinische Sprechstunde besuchen. Seit kurzem werden Obdachlose auf Wunsch von ehrenamtliche Ärztelotsen zu weiterbehandelnden Medizinern begleitet.
Mehr Informationen und Spendenmöglichkeit unter www.zentrum-lehrter-strasse.de und www.mitternachtsbus-hamburg.de.

