24.11.2006
"Ausweg" für Europäischen Präventionspreis nominiert
Frühinterventionsprojekt für Jugendliche mit Drogenproblemen
Das Präventionsprojekt "Ausweg" des Vereins für Jugendhilfe in Böblingen ist für den Europäischen Präventionspreis nominiert. Der Preis wird im Rahmen der Best Practice Conference 2006 in Hämeelinna/Finnland verliehen.
"Ausweg" bietet Jugendlichen, die durch Straftaten im Zusammenhang mit dem Konsum von Suchtmitteln auffällig wurden, „Therapie statt Strafe“. In geschlossenen Gruppensitzung sollen die Betroffenen ihre Suchtmittelkonsum überdenken und ihre Einstellung beziehungsweise ihr Verhalten ändern. Im Gegenzug werden die Strafmaßnahmen verringert, gemildert oder ganz verhindert.
An der Kooperation beteiligen sich das Kreisjugendamt des Rems-Murr Kreises mit der Jugendgerichtshilfe und Mitarbeitenden der Bezirkssozialarbeit, Jugendhilfeeinrichtungen wie die Evangelische Gesellschaft Stuttgart und die Paulinenpflege Winnenden, das niedrigschwellige Drogeninterventionsprogramm für Jugendliche "Horizont", das an die Suchtberatungsstellen Schorndorf, Waiblingen und Backnang angegliedert ist, die Bewährungshilfe Fellbach sowie die Tagesklinik und Fachambulanz der Rehabilitationseinrichtung Four Steps in Fellbach. Mit erarbeitet wurde die Kooperation von der Polizeidirektion Waiblingen, Jugendrichtern der Amtsgerichte Waiblingen, Schorndorf und Backnang, und der Staatsanwaltschaft Stuttgart.
"Ausweg" wurde von dem nationalen Entscheidungsgremium, bestehend aus Vertretern der Bundesministerien des Innern und der Justiz, unter zehn eingesandten Vorschlägen aus verschiedenen Bundesländern als offizieller Wettbewerbsbeitrag der Bundesrepublik Deutschland ausgewählt.
Insgesamt 13 EU-Länder beteiligen sich an dem diesjährigen Wettbewerb, der mit 20.000 Euro Preisgeld dotiert ist und noch nie durch einen deutschen Beitrag gewonnen werden konnte.

