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29.11.2006

Blind-PG

Aids ist weiter auf dem Vormarsch
Aktionsbündnis will Situation der Betroffenen verbessern

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"Ich hatte eine furchtbaren Traum: Ich war alleine im Zimmer und jemand kam herein und sagte, dass jetzt jeder Mensch mit Aids infiziert sei."

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau berichtet der schwedische Krimi-Autor Henning Mankell weiter aus seinem Traum: "Es gibt kein Kind mehr, keinen einzigen alten Mann, in keiner Stadt und in keinem Dorf, nirgendwo auf der Welt, der sich nicht angesteckt hätte. Das ist das Ende der Menschlichkeit."

Mankells Traum droht Wirklichkeit zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass Aids in einem Vierteljahrhundert die weltweit häufigste tödliche Infektionskrankheit sein wird. Afrika ist der Kontinent, der weiterhin am stärksten betroffen ist.  Doch auch in Osteuropa und Asien - besonders in den bevölkerungsreichen Ländern Indien und China - breitet sich das HI-Virus mit rasender Geschwindigkeit aus. 

Mankell, der sechs Monate eines Jahres in Mocambique´s Hauptstadt Maputo lebt, hat die Erinnerungen sterbender Aids-Kranker in einem Buch veröffentlicht. Zum Beispiel die von HIV-kranken Eltern in Uganda. Entwicklungshelfer unterstützen sie dabei, Erinnerungsbücher mit eingeklebten Bildern und Texten für ihre Kinder zu verfassen. Die Kinder, die beim Tod ihrer Eltern noch zu klein waren, um sich an sie zu erinnern, sollen so erfahren, wer ihre Eltern waren und wer sie selbst sind. In Afrika gibt es nach Angaben des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen 12 bis 15 Millionen Aids-Waisen.

42 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV/Aids, zwei Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Tag für Tag sterben weltweit über 8.000 Menschen an den Auswirkungen der Viruskrankheit. Täglich stecken sich etwa 13.000 Menschen neu an. Mehr als zwei Millionen Kinder sind infiziert, über eine halbe Million der Aids-Toten war jünger als 15 Jahre. Die Zahlen sagen noch nichts aus über das Leid der Menschen: Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern verloren haben; Alte, deren Kinder gestorben sind; Kranke, die sich keine Medikamente leisten können, die ihr Leid lindern würden.

Das "Aktionsbündnis gegen AIDS" fordert deshalb von der Pharmaindustrie, die Preise für die lebensverlängernden Medikamente, die in den Industrieländern bereits erfolgreich eingesetzt werden, zu senken und sie zum Produktionspreis abzugeben.

Gegründet wurde das Aktionsbündnis von den deutschen Mitgliedern der internationalen Ecumenical Advocacy Alliance (Globales Ökumenisches Aktionsbündnis). Es ist ein Zusammenschluss von kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr als 1.000 Basisgruppen. Gemeinsam wollen sie Politik und Pharmaindustrie stärker in die Verantwortung für den Kampf gegen HIV/Aids nehmen.

Zu den Gründern des Aktionsbündnisses gehört die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt". 

Henning Mankell nimmt an der diesjährigen Eröffnung der 48. Spendenaktion von Brot für die Welt am 2. und 3. Dezember 2006 in Dresden teil.

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