12.11.2007
Advent - am Ende brennt der volle Kranz
Johann Hinrich Wichern erfand den Adventskranz
Ein dunkler Winter vor 168 Jahren. In einem Hamburger Kinderheim warten die Kinder ungeduldig auf das Christkind. Die Tage vergehen nur langsam. Jeden Morgen fragen die Kinder: "Wie lange dauert es noch bis Weihnachten?". Ihr Lehrer hat schließlich eine Idee.
Johann Hinrich Wichern, Gründer des Kinderheims und "Vater" der Diakonie, stellt ein großes hölzernes Wagenrad in den Betsaal und schmückt es mit vielen Kerzen: große weiße für die vier Adventssonntage, kleine rote für die übrigen Wochentage. Jeden Morgen ruft er die Kinder zur Andacht. Und während sie singen, wird eine Kerze angezündet. Jeden Tag eine mehr, bis am 24. Dezember der ganze Kranz erstrahlt.
Mit seinem Adventskranz wollte Wichern den Kindern nicht nur die Wartezeit bis zum Heiligen Abend verkürzen. Er wollte auch die Kultur der christlichen Feiertage in die Herzen der Kinder verpflanzen: "Kein Kind, das je solche Weihnachtsfeier mit durchlebt, wird sie je wieder vergessen."
In seinen "Fliegenden Blättern", die erste weit verbreitete Zeitschrift der Diakonie, berichtete Wichern über die Advents- und Weihnachtszeit im Rauhen Haus, so hieß das Kinderheim in Hamburg. Auch viele Besucher des Rauhen Hauses ließen sich von dem vorweihnachtlichen Brauch anregen. So hielt der Adventskranz Einzug in evangelischen Familien.
Einige Jahre später wurde der Holzkranz mit Tannengrün geschmückt. Von den vielen Kerzen blieben bis heute nur die vier großen für die Adventssonntage übrig.
Als Erinnerung an den Erfinder des Adventkranzes bietet die Diakonie ein kleines Adventslicht an. Auf Pergamentpapier sind 28 Kerzen abgebildet. Das Pergament wird an den Enden zusammengesteckt, so dass ein kleines Windlicht entsteht. Mit einem Teelicht in der Mitte ist der Mini-Adventskranz fertig.
Bestellt werden kann er über den Online-Shop des Diakonischen Werkes der EKD oder per Mail unter vertrieb@diakonie.de.

