Präsidenten von Caritas und Diakonie fordern weitergehenden Ausbau von Hospiz und Palliativangeboten

- "Wir brauchen dringend mehr Angebote im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung, um schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen gut zu begleiten", fordern die Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes und der Diakonie Deutschland, Peter Neher und Ulrich Lilie.

Nur 15 Prozent der bundesweit rund 2.000 Krankenhaeuser verfuegen ueber eine Palliativstation (2015).
Ein 61-jaehriger Krebspatient im Palliativzentrum der Uniklinik Koeln epd-Bild/Joern Neumann

So begrüßen die beiden christlichen Wohlfahrtsverbände den vorliegenden Gesetzentwurf, mit dem der Ausbau von hospizlichen und palliativen Angeboten gestärkt werden soll. „Schwerstkranke und sterbende Menschen leiden oft nicht nur an körperlichen Schmerzen. Sie leiden auch an den psychischen, den sozialen, und häufig auch finanziellen Folgen ihrer Krankheit. Das Ziel einer guten Betreuung und Begleitung am Lebensende muss es daher sein, nicht nur die körperlichen Schmerzen zu lindern sondern die Menschen mit ihrer Angst und Trauer und mit ihrer Einsamkeit nicht alleine zu lassen“, macht Neher deutlich.

So könne es gelingen, die letzte Phase des Lebens gut und würdevoll für die Sterbenden und ihre An-gehörigen zu gestalten.

„Die gottgegebene Würde jedes Menschen auch im Prozess des Sterbens zu wahren, ist das Ziel und die Aufgabe christlichen Handelns. Ein flächendeckendes Angebot der Palliativ- und Hospizversorgung ermöglicht es, alle Menschen an den Orten, an denen sie ihre letzte Lebensphase verbringen, auch im Sterben gut zu versorgen und zu begleiten“, betont Lilie.

Allein um dieses Angebot in rund der Hälfte der Pflegeheime ausbauen zu können ist, ist nach Berechnungen von Caritas und Diakonie ein Betrag von mindestens 275 Millionen Euro erforderlich. „Die vom Bundesgesundheitsministerium veranschlagte und im Gesetzentwurf genannte Summe liegt hier deutlich unter unseren Berechnungen. Dies wird dem Anspruch des Gesetzentwurfs bei weitem nicht gerechnet“, kritisieren Lilie und Neher.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Ute Burbach-Tasso, Pressesprecherin