Best Practice: Wie die Diakonie Flüchtlingen hilft

- Willkommen in Deutschland! Im ganzen Bundesgebiet engagieren sich Menschen für Asylsuchende und Flüchtlinge. Hier einige Beispiele für die vielfältigen Hilfsangebote der Diakonie.

Ein Betreuer bei der Hausaufgabenbetreuung mit einem jugendlichen Flüchtling aus Albanien
Reymond Matloub (li.) von der Clearingstelle für jugendliche Flüchtlinge in Bethel hilft einem 17-jährigen Flüchtling aus Albanien bei den Hausaufgaben epd-bild/ Reinhard Elbracht

1. Wohnung gesucht
Ein Aufruf aus aktuellem Anlass: "Vermieten Sie Wohnraum – helfen Sie Flüchtlingen".  Die Beratungsstelle des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) Berlin-Moabit  hilft Flüchtlingen,  im Asylverfahren eine eigene Wohnung zu finden. So teilt zum Beispiel das Ehepaar Riedel ihre Wohnung mit dem afghanischen Flüchtling Rohulla Moradi.

2. Berufsabschlüsse anerkennen lassen
Viele Flüchtlinge und Migranten haben qualifizierte Berufsabschlüsse. Damit ihre Abschlüsse, Zeugnisse und Zertifikate im deutschen Bürokratie-Dschungel anerkannt werden,  finden sie Hilfe bei der Zentralen Anlaufstelle Anerkennung (ZAA) der Diakonie Hamburg. Zum Beispiel ein syrischer Ingenieur für Brandschutztechnik oder eine Sozialarbeiterin aus Chile.

3. Soziale Jobs für Flüchtlinge
Sprache im Alltag trainieren, Menschen begegnen, sich in einem sozialen Beruf probieren: Sozialpraktika speziell für junge Flüchtlinge bietet das Projekt, "Soziale Jungs Bielefeld" kurz "SoJuBi" vom Ev. Johanneswerk in Bielefeld. Hier macht zum Beispiel Can aus Afghanistan ein Praktikum im Bielefelder Begegnungszentrum Pellahöhe. Das Projekt hat bundesweit Modellcharakter.
Mehr Informationen gibt es auch bei der Projektleiterin Anja Zimmermann: anja.zimmermann@johanneswerk.de, Tel.: 0521 801-2160

4. Schutz für traumatisierte Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber
Das Refugium ist ein sicherer Ort, wo sich besonders schutzbedürftige Flüchtlinge von ihren traumatischen Erlebnissen erholen können. Das Paul Gerhardt Stift bietet in Berlin-Wedding für 80 Menschen kleine Appartements und Beratung. Als besonders schutzbedürftig gelten Minderjährige, Menschen mit Behinderungen, Schwangere, Alleinerziehende oder Menschen, die Folter, Vergewaltigung oder andere schwere Formen der Gewalt erlitten haben. Zum Beispiel Hany Soliman mit seiner Familie aus Ägypten.

5. Resettlement-Flüchtlinge: Über Friedland in eine neue Heimat
Im Irak wurden sie als Christen verfolgt, nun sind sie in Sicherheit: Die Migrationsberatungsdienste im niedersächsischen Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen bieten Erste Hilfe bei den wichtigsten Fragen für den Neustart. Hintergrundinformationen und Fallgeschichten: diakonie.de/resettlement

6. ALREJU: Hilfe für alleinreisende Jugendliche
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von dem Jugendprojekt ALREJU im brandenburgischen Fürstenwalde aufgenommen. Neben ALREJU gibt es bundesweit nur eine weitere Einrichtung in Süddeutschland, die so wie ALREJU eine größere Zahl minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge in einem Haus aufnimmt und betreut. Ewaz aus Afghanistan lebt zum Beispiel im Haus von ALREJU, wovon er auch im Video berichtet.
ALREJU wird auch in der Broschüre zu Migrationsdiensten der Diakonie vorgestellt.

7. Herzlich Willkommen in Gudow
Ankommen in Gudow in Schleswig-Holstein – dabei hilft das preisgekrönte Diakonie-Projekt "Herzlich Willkommen im Kreis Herzogtum Lauenburg". Ziel ist, gemeinsam mit den Ortsansässigen eine positive "Willkommenskultur" zu schaffen. Hier engagiert sich auch Esmat Shirazi, die selbst einmal als Flüchtling aus dem Iran nach Gudow, Herzogtum Lauenburg, mit 2.000 Einwohnern kam, wie sie in ihrer Geschichte im Video schildert.

8. Netzwerken im Sharehaus
Menschen mit und ohne gesicherten Aufenthaltsstatus leben in einem ehemaligen Seniorenheim zusammen, jetzt ist es das Sharehaus Refugio in Berlin-Neukölln. So haben Flüchtlinge gleich ein Netzwerk, das ihnen bei den alltäglichen Herausforderungen des Flüchtlingslebens hilft. Träger ist die Berliner Stadtmission.

9. Junge Flüchtlinge begleiten - Do it!
Beim Projekt Do-it! der Diakonie Wuppertal übernehmen Ehrenamtliche die Vormundschaft für minderjährige Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern in Deutschland leben. So ist zum Beispiel Astrid Aldenhoven für eine junge Kamerunerin da, die allein nach Deutschland kam. Das Projekt gibt es inzwischen in Aachen, Dortmund, Bochum, Köln, Bonn, Wuppertal, Bremen, Berlin und Frankfurt/Main.

10. Ein Hotel für Alle: Wo Flüchtlinge Gäste sind
Das Grandhotel Cosmopolis vereint Flüchtlingsunterkunft, Hotel und Künstlerwerkstatt. Für Augsburg ist das von der Diakonie unterstützte Projekt eine kulturelle Bereicherung – für die Flüchtlinge ein neues Zuhause.
http://www.diakonie.de/die-kunst-der-heimat-15678.html
http://grandhotel-cosmopolis.org/de/

11. Frauenhandel: "OPEN" hilft
Das Projekt „OPEN for young Women“ berät junge Frauen in Rumänien und der Ukraine – für einen sicheren und legalen Aufenthalt in Deutschland. Zum Beispiel die junge Rumänin Maria Meszaros, die einen Freiwilligendienst in Deutschland machen möchte. "Wir wolllen potentielle Opfer befähigen, sich selbst zu schützen", sagt Ottilia Vura, Beraterin bei "OPEN for young women" im rumänischen Oradea. In Deutschland gibt es Beratungsstellen in Stuttgart, München und Nürnberg.

12. Eine Ausbildung in Deutschland
In ihrer Heimat fehlt ihnen die berufliche Perspektive, in Deutschland werden sie aufgrund des Fachkräftenmangels dringend benötigt: Azubis in der Altenpflege und in Kindertagesstätten. So bildet zum Beispiel die Diakonie Württemberg zurzeit junge Menschen aus dem Kosovo als Altenpflegefachkraft aus. Auch die Rumänin Semida Ariesan hat in Baden-Württemberg eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert, wie sie in ihrem Erfahrungsbericht erzählt.

13. Seelische Versorgung für Flüchtlinge
Viele Flüchtlinge brauchen nicht nur ein Dach über den Kopf, sondern auch möglichst schnell therapeutische Hilfe bei Traumatisierungen und Depressionen. "TAFF"   steht für "Therapeutische Angebote für Flüchtlinge" und ist Kontaktstelle und Netzwerk für Flüchtlinge und Asylsozialberater auf der Suche nach Möglichkeiten individuell zugeschnittener Begleitung. Träger ist die Diakonie Bayern. Schirmherrin ist Deborah Bedford-Strohm. Eine gute Idee vor allem im ländlichen Raum, wo psychotherapeutische Angebote und Sprachmittlerdienste oft rar sind.

14. Erste Hilfe für unbegleitete junge Flüchtlinge
18 Plätze für junge Flüchtlinge, die allein nach Deutschland kommen, hat das Haus Libanon der v.Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefel (Foto). Die Mitarbeitenden dort bieten eine Anlaufstelle für erste Hilfen und klären die weitere Perspektive für die jungen Menschen, wie die Geschichte von Briseld (17) aus Albanien und Said (17) aus Afghanistan zeigt.

15. Broschüre "Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft"
Viele weitere Hilfsangebote für Flüchtlinge in ganz Deutschland – ob in Thüringen, Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern – sind in unserer Broschüre "Diakonie in der Einwanderungsgesellschaft" zu finden, mit Hintergrundinformationen und Adressen.

16. "Flüchtlinge begleiten - Informationen für Ehrenamtliche und Hauptamtliche in Baden-Württemberg"
Wichtige Grundinformationen für freiwillig Engagierte bei der Arbeit mit Flüchtlingen bietet die Broschüre der Diakonie und Caritas in Baden-Württemberg: "Flüchtlinge begleiten - Informationen für Ehrenamtliche und Hauptamtliche in Baden-Württemberg".

17. Kirchengemeinden engagieren sich
Wer sich freiwillig engagieren möchte, kann sich auch direkt an örtliche Kirchengemeinden wenden.

Zusammenstellung: Diakonie/Ulrike Pape