Senioren-Ehepaar im Park

Ausgewählte Projekte einzelner Beratungsstellen

Evangelische Schwangerenberatung ist Beratung rund um Schwangerschaft, Familie und Leben. Die bundesweit 320 Beratungsstellen stehen allen Menschen offen, unabhängig von ihrer Konfession oder Weltanschauung, Nationalität oder Herkunft. Die Beratung ist kostenlos. Die Beraterinnen und Berater stehen unter Schweigepflicht.

Etwa 40 Prozent der Ratsuchenden nehmen die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch. Der andere Teil der Arbeit der Beratungsstellen bezieht sich auf Beratung nach § 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz zu Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung sowie in allen eine Schwangerschaft unmittelbar und mittelbar berührenden Fragen. Dazu gehören Information über soziale und wirtschaftliche Hilfen und deren Vermittlung, soziale Beratung und psychologische Beratung beispielsweise bei ungewollter Kinderlosigkeit, bei schwierigen Schwangerschaftsverläufen, bei Tot- oder Fehlgeburt, bei Problemen mit Sexualität und in der Partnerschaft, Beratung bei vorgeburtlicher Diagnostik.

Über dieses Beratungsangebot hinaus bieten die Beratungsstellen auch spezielle Projekte an, je nach Bedarfslage vor Ort und einschlägiger Qualifikation der Beratenden. In der folgenden Übersicht erhalten Sie einen beispielhaften Einblick in die Vielfalt solcher Projekte.

Schreibabys und andere entwicklungspsychologische Probleme

Projekt der Schwangerenberatungsstelle in Erfurt

Eltern, deren Baby Entwicklungsstörungen aufweist, können in Einzelgesprächen Unterstützung erhalten. Hierzu wird die Situation, in der eine Störung auftritt, per Video aufgenommen und anschließend ausgewertet. Bei den Problemen kann es sich um Essstörungen, Schlafstörungen, Trotzanfälle oder andere Entwicklungsstörungen des Säuglings handeln. Die Ursachen dafür liegen nicht immer beim Kind selbst. In der Beratung werden auch soziale und gesundheitliche Aspekte der Eltern einbezogen.

Oma mit 35 – Und plötzlich habe ich ein Enkelkind

Projekt in der Sexual- und Schwangerenberatungsstelle in Nürnberg

Die Zahl der minderjährigen Eltern hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Ohne die Hilfe der Großmütter ist die neue Familiensituation oftmals kaum zu bewältigen. Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Berufsleben, den Freundeskreis und die Beziehung zu Tochter oder Sohn der Großmuter.

Die Gesprächsgruppe beschäftigt sich mit den Bedürfnissen junger Großmütter und behandelt Fragen wie "Welche Aufgaben übernehme ich? Welche Rolle spiele ich? Wie gehe ich mit Konflikten mit meinem Kind um? Wo liegen meine Grenzen?". Außerdem erhalten sie Informationen über finanzielle Hilfen und verschiedene Möglichkeiten der Kinderbetreuung.

Babypuppen: Elternzeit auf Probe

Projekt in der Schwangerschaftskonfliktberatung in Bonn

Mädchen und Jungen zwischen 11 und 16 Jahren beschäftigen sich mit der eigenen Biographie. Dabei beantworten sie Fragen wie "Wo komme ich her? Wo will ich hin?". Die Jugendlichen diskutieren die Bedürfnisse und Kosten eines Kindes sowie übliche Fragen bei einer Teenager-Schwangerschaft: "Wie sage ich es meinem Freund, meinen Eltern und Lehrern? Wo finde ich Hilfe?".

Zum Abschluss bekommen jeweils zwei Jugendliche eine programmierbare Puppe. Diese simuliert den Tagesablauf eines drei Monate alten Babys an einem Wochenende und ermöglicht es nachzuempfinden, wie es wäre, wenn sie jetzt die Verantwortung für ein Kind hätten.

Starke Mädchen bis 12 Jahre

Projekt in der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen und Familienplanung in Essen

Mädchen sollen bei diesem Projekt einen Zugang zu sich selbst finden und ihre Stärken und Schwächen kennen lernen. Dabei setzen sie sich mit Fragen zur Sexualität auseinander und sollen eine positive Wahrnehmung ihres eigenen Körpers entwickeln. Themen sind z.B. das erste Verliebtsein, die ersten Verabredungen mit Jungen oder gleichgeschlechtlichen Partnern sowie Fragen zur Verhütung.

Sozialpädagoginnen arbeiten in zwei Altersgruppen, mit 6 bis 9-jährigen und 10 bis 12-jährigen Mädchen. Ein Projekt geht über fünf Tage in den Ferien und wird auch als Schulprojekt angeboten.

Starke Jungen bis 12 Jahre

Projekt in der Schwangerschaftskonfliktberatung in Bonn

Im Projekt "Starke Jungen bis 12 Jahre" können Jungen zwischen 10 und 12 Jahren ihre Stärken und Schwächen ausprobieren. Zum einwöchigen Projekt gehören beispielsweise Spiele im Wald und der Besuch einer Kletterhalle. Durch derartige Aktionen können Jungen sich selbst und ihre Grenzen kennen lernen.

Ziel ist es, dass sich die Gruppe mit Konfliktsituationen und dem Umgang mit Gewalt beschäftigt. Betreut wird die 15-köpfige Gruppe von zwei männlichen Sozialpädagogen.

Is was Doc? - Teenagersprechstunde beim Frauenarzt

Projekt in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Siegen

Der erste Besuch bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt ist für viele Mädchen ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. In Gruppengesprächen tauschen sich Mädchen ab 12 Jahren über Themen rund um Körper, Seele, Sexualität und Verhütung aus. Sie formulieren Fragen an den Frauenarzt, die Frauenärztin, die dann bei einem gemeinsamen Besuch in einer Frauenarztpraxis beantwortet werden. Dabei erhalten die Mädchen einen unverbindlichen Einblick in den Ablauf und die Organisation einer gynäkologischen Praxis. Die erste Hürde ist genommen.

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Kontakt

Claudia Heinkel
Familienberatung und Familienpolitik

Tel.: (030) 83001-345
E-Mail: familienberatung(at)diakonie.de

Veröffentlichungen

Diakonie-Korrespondenz 02/2001: Stellungnahme zu Spätabbrüchen

Diakonie-Korrespondenz 04/2001: Leben annehmen.

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