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03.02.2010
EKD-Vizepräses Beckstein: Hartz IV-Regelsätze für Kinder nicht haltbar
München (epd) - Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat von der Bevölkerung mehr Engagement gegen Armut gefordert.
Christen dürften sich niemals mit der Armut von Mitmenschen abfinden, sagte der Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstagabend in München. Ziel müsse sein, dass alle Menschen für sich selbst sorgen könnten und ihre Handlungsfähigkeit behielten.
Beckstein sagte, trotz aller Unzulänglichkeiten sei der Sozialstaat als Erfolg zu bewerten, denn die Leistungen der öffentlichen Hand für Bedürftige halbierten das Armutsrisiko. Er rechne damit, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil am 9. Februar die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder kippen werde, weil sie nicht am tatsächlichen Bedarf der Kinder orientiert seien.
Bei einem Gesprächsabend des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Evangelischen Kirche in Bayern sprach sich der Ex-Ministerpräsident zudem für durchlässigeres Bildungssystem aus. Das sei entscheidend, um Armut zu vermeiden. Vor allem Migrantenkinder bräuchten mehr Unterstützung. Die Kirchengemeinden forderte er auf, Formen von Armut aufzudecken und betroffene Menschen zu ermuntern, bestehende Hilfen anzunehmen. Auch Hausaufgabenbetreuung oder Schuldnerberatung seien Angebote, die eine Kirchengemeinde leisten könne, betonte Beckstein.
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