08.2013: Prävention und Bekämpfung von Altersarmut

Für immer mehr Menschen in Deutschland ist die gesetzliche Rente nicht mehr armutsfest. Unsichere und flexible Erwerbsbiografien sowie Zeiten der Erwerbslosigkeit hinterlassen Lücken im Renten-Beitragsverlauf. Erziehung, Pflege und Übergänge zum Erwerbsleben sind in der Rente nicht ausreichend abgesichert. Prekäre, befristete und geringfügige Beschäftigung nehmen zu und führen zu geringer oder keiner Beitragszahlung.

Angesichts der demografischen Entwicklung steht das umlagefinanzierte gesetzliche Rentensystem vor zunehmenden Problemen. Als Reaktion auf diese Entwicklung sollen die
politischen Reformen mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters und sinkenden Rentenansprüchen der Stabilisierung der Beiträge dienen.

Dabei entscheidet aber nicht allein die demografische Entwicklung über die Zuverlässigkeit der umlagefinanzierten Rente. Eine günstige ökonomische Entwicklung, eine hohe Arbeitsmarktbeteiligung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, eine hohe Produktivität und attraktive Zugangsmöglichkeiten zum inländischen Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte können ausgleichend wirken.

Auswertungen des sozio-ökonomischen Panels für 2010 zeigen: das Armutsrisiko für Rentnerinnen und Rentner liegt bereits über dem gesellschaftlichen Durchschnitt. Auch die Daten des Statistischen Bundesamtes für 2011 bilden in den letzten Jahren eine Zunahme der Altersarmut ab.

Um Altersarmut abzuwenden, ist eine umfassende Präventionsstrategie gegen Beitragslücken und nicht ausreichende Beitragszahlungen in der gesetzlichen  Rentenversicherung notwendig. Die umlagefinanzierte Rente wird in Zukunft immer mehr durch weitere Bausteine der Alterssicherung ergänzt werden müssen.

Rentenpolitik erfordert Weitblick. Veränderungen an den Grundlagen heute wirken sich erst in Jahrzehnten aus. Kurzfristiges Handeln mit Blick auf Legislaturperioden verbietet sich hier.

Die Diakonie leistet mit dem vorliegenden Papier einen grundlegenden Beitrag zur Diskussion über die zukunftsfeste Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung, die Erwerbstätigen auch im Alter ein Einkommen sichert, mit dem sie leben können.

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